Die Akupunktur ist eine über 2000 Jahre alte Erfahrungsmedizin aus China. Sie hat ihre Wurzeln im System der antiken Chinesischen Medizin hat. Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung von einer fließenden Lebenskraft, auch Lebensenergie genannt, chinesisch Qi, auf deren Wirkung alle Lebensäußerungen beruhen. Auch die Funktionen innerer Organe wie Atmung, Verdauung der Nahrung oder auch Muskelbewegungen wird von der Lebensenergie beeinflusst. Ähnlich wie die Flüsse das Land durchziehen, ziehen Energiebahnen, die so genannten Meridiane, durch den Körper und versorgen ihn mit der lebensnotwendigen Lebensenergie. Auf diesen Hauptleitbahnen liegen Akupunkturpunkte, mit deren Hilfe man die Energieflüsse regulierend beeinflussen kann.

Die Akupunktur ist nicht nur ein rasch wirksames Mittel zur Schmerzlinderung, sie wirkt zudem entspannend auf Spannungen in der Muskulatur, aktiviert das Immunsystem und wirkt belebend auf die Muskelkraft. Auch werden mit Hilfe der Akupunktur die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert.

Trigger-Akupunktur

Triggerpunkte sind Verdickungen von Muskelfasern, die dadurch entstehen, dass sich Muskelfasern in kleinen Abschnitten nicht mehr entspannen können. Sie können Schmerzen auslösen und in entferntere Körperregionen ausstrahlen. Manchmal stimmen die chronisch verkrampften Muskelstellen, die Triggerpunkte, mit klassischen Akupunkturpunkten überein. Alle durch Triggerpunkte bedingte myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen (Bewegungseinschränkungen und gestörte Funktionsabläufe) können mit der Trigger-Akupunktur behandelt werden. Im Gegensatz zur therapeutischen Lokalanästhesie wird hier nicht mit einer Kanüle ein Lokalanästhetikum injiziert, sondern mit dünnen Akupunkturnadeln der Triggerpunkt genau aufgesucht und punktiert. Es kommt sofort zu einer lokalen Antwort. Die Muskeln, in denen die Triggerpunkte liegen, fühlen sich nach der Therapie weicher an und die Beweglichkeit wird verbessert.

Schädelakupunktur

Vor rund 30 Jahren entdeckte der japanische Chirurg und Gynäkologe Dr. Yamamoto bestimmte Punkte an Stirn und Schläfen, deren Nadelung heilend auf Störungen des Bewegungsapparats und des Zentralen Nervensystems wirkt. Die Yamamoto Neue Schädelakupunktur (YNSA) war geboren und wurde von ihrem Schöpfer, der heute ein angesehenes, neurologisches Reha- Zentrum in Japan betreibt, seither immer weiter entwickelt. Sie basiert auf der alten, östlichen Vorstellung, dass sich in jedem einzelnen Teil unseres Körpers der ganze Mensch widerspiegelt.

Ähnlich wie der Akupunkteur im Ohr den menschlichen Organismus im Miniformat erkennt, entsprechen die Yamamoto-Punkte am Kopf der Wirbelsäule, den Hüften oder den Gesichtsnerven. Stellvertretend für diese Organe werden sie therapiert. Experten vermuten, dass die YNSA Schmerzen aus dem Schmerzgedächtnis löschen.

Ohrakupunktur

Seit Jahrhunderten werden in China bereits einzelne Akupunkturpunkte auf der Ohrmuschel verwendet. In der europäischen Literatur finden sich erste Berichte im 18. Jahrhundert (Valsalva 1717) zur Ischiasbehandlung mittels Ohrkauterisation. Die Ohrakupunktur in all ihrer Komplexität, wie sie heute praktiziert wird, geht auf den französischen Arzt Dr. Paul Nogier zurück, der in den 1950-iger Jahren das Somatotop entdeckte und über viele Jahre erforschte und ausarbeitete. Sie basiert auf der Grundlage, des auf dem Kopf stehendes Embryos, welches die Form des Ohrs wiederspiegelt und so eine nahezu vollständige Repräsentation des gesamten Organismus darstellt.

Die Akupunkturpunkte am Ohr zeigten sich diagnostisch und therapeutisch relevant. Nur im Falle einer Funktionsstörung des korrespondierenden Organs sind die Punkte "aktiv", also gut auffindbar und für den Patienten auch oft schmerzhaft. Die Ohrakupunktur hat sich in den vergangenen 50 Jahren als eine unverzichtbare Bereicherung der traditionellen Akupunktur erwiesen. Der Zugang zu den Punkten ist unkompliziert und wird von Patienten gut toleriert. Doch nicht nur zur Schmerztherapie dient die Ohrakupunktur. Auch bei Allergien und seelischen Problemen wirkt sie ausgezeichnet, so etwa bei Schlaf- und Konzentrationsstörungen und bei der Suchtbehandlung.

Akupunktur wird u.a. angewendet bei: